…uzbekistan (part 3)

in uzbekistan treffen wir kaum touristen. und doch gibt es viele: reisende uzbeken (in unseren augen keine touristen) und busse mit reisegruppen. gerade das macht das reisen für uns so spannend, denn dadurch, das reisegruppen meist in gruppen an bestimmten orten und in bestimmten hotels sind, sind wir individualreisende so besonders und jeder möchte sich mit uns unterhalten. gerne mit händen und füßen, ein bischen englisch und vor allem russisch. die gespräche allerdings sind meist wenig abwechslungsreich, es geht stets um die familie. also reisen dirk und ich dieses mal als ehepaar, das ist einfacher. die frage nach den fehlenden kindern beantworten wir mit: zuerst arbeiten und geld-verdienen und dann erst die kinder. … so mit mitte 20 kann man das ja noch vertreten. wir werden meist anerkennend benickt, manchmal auch mitleidig. eine babuschka lächelt mich wissend an: „…ah, spiral“! jaja, gelächelt und ein plov bestellt.

ungeschminkt jung aussehend feilschen wir auch fleißig um eintrittsgelder, unsere äh-täuschend echten studentenausweise werden lächelnd akzeptiert, und wenn wir dann auch noch „ohne ticket“ fragen, leisten wir uns jede sehenswürdigkeit, tempel, moschee, koranschule. hinterlassenschafften von chinggis khan, timur und stalin. dabei sind es nicht nur die beeindruckenden bauten, wir können uns genauso über hotelwäschereien und andere kleinigkeiten des alltags begeistern. es ist vor allem immer sehr lustig, wenn wir irgenwelche unbedeutenden, unimposanten ecken photographieren, sofort kommen meist 20 asiaten mit ihren riesenkameras und photographieren das gleiche. was eigentlich? nun ja. immerhin ist auf dem foto später auch immer eine lächelnde person zu sehen, gerne auch mit dem doppelten viktory-zeichen… ich kann jedenfalls nicht genug bekommen, es ist einfach beeindruckend. wir besichtigen jeweils mehrere tage bukhara, khiva, samarqand und schaffen es sogar bis nach nukus in ein kleines, beeindruckendes museum. an den entlegensten örtchen der welt finden sich so oft großartige kunstschätze. leider schaffen wir es nicht mehr bis zum aralsee, aber wir spüren die auswirkungen der baumwoll-monokultur und der damit verbundenen austrocknung des aralsees im ganzen land.

die gastfreundschaft ist beeindruckend, wir versuchen nach dem traveller grundgesetz „spread your money“ an möglichst vielen verschiedenen stellen zu essen und zu trinken: eine familie kocht extra plov für uns („come back in two hours…“), eine andere lässt uns nicht bezahlen und viele freuen sich über ein gespräch. den taxifahrern müssen wir allerdings lernen zu vertrauen, es ist das eine, den fahrpreis festzulegen, aber ein anderes die restlichen informationen über die reise zu glauben. so enden wir anstelle der abgemachten air-con 5-personen 5-stunden fahrt von bukhara nach khiva in einer überhitzten marschrutka, 10 personen (6 sitzplätze), mehr oder weniger reisefest (bah!) in 14 stunden durch die wüste bei 44°c. können wir die fenster aufmachen? nein, kaputt. ups, wir haben am ende der reise ein fenster verloren…. puh. ich darf vorne sitzen. zurück nehmen wir den nachtzug. dritte klasse. da gibt es dann zum glück keine fensterscheiben mehr. ich liebe uzbekistan!!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s