…kirgistan (part 1)

…nachdem uns kazachstan einfach gepackt hatte, muss kirgistan zu anfang ein bisschen um unser herz kämpfen. da hilft auch die zapfsäule mit DM preisen nicht. und ganz gewiss auch nicht die toilette am grenzübergang. selbst die zeit für ein photo dort ist nicht drin, die hose wird outside zugemacht. die klo-dame schaut enttäuscht über die ihr entgehenden münzen: „sorry, no water three days…“ ja, das sehen und riechen wir.

außerdem müssen wir aufpassen, hier versteht so mancher reisende deutsch, entsetzt versuchen wir uns an unsere unterhaltung (über die schlimmsten toilettengeschichten) der letzten 30 min zu erinnern, als hinter uns eine kirgisin auf deutsch anfragt, wo wir denn übernachten werden und wie wir von hier nach dort kommen. das ist sehr interessant und überall in kirgistan zu  beobachten: die im tourismus tätigen einheimischen begegnen uns relativ gelangweilt. die nicht in kirgistan lebenden kirgisen zu Besuch im eigenen land bewundern uns für unseren mut (…???) und fragen uns nach reisetips und sind wie die einheimischen, ganz besonders die landbevölkerung, begeistert von uns und wir von ihnen.

unser erstes ziel ist bishkek. eigentlich ist es hier ziemlich langweilig und abgesehen vom state historical museum gibt es nicht viel zu erkunden, also genießen wir unsere gutes hostel und machen uns erst einmal mit der local cousine vertraut: laghman (flat noodels, spicy), beshbarmak („five fingers“ = special noodles eaten with hands), manty (dumplings) und kymys. kymys ist fermentierte kuh- oder kamelmilch und für mich einfach ungenießbar. es gibt ja wirklich wenig, was ich nicht esse, aber hier ist definitiv eine grenze.

in tamchy am issyk-köl see fühlen wir uns wie in einem alten DDR film. und es ist kalt. jedenfalls uns. aber da sind wir wohl die einzigen…. wir reisen weiter, auf nach karakol, hier wollen wir auf den größten vieh-mark in kirgistan. morgens um 5:oo uhr geht es los, frei nach meinem orientierungssinn und einer schlechten lonely-planet beschreibung. wir brauchen ewig und fürchten schon, uns verlaufen zu haben, niemand überholt uns, keine menschen, keine geräusche.  und plötzlich sind wir da. viele menschen. und vor allem viele tiere. und es ist still. beängstigend still! von einem vieh-markt habe ich eigentlich etwas anderes erwartet. aber beim genaueren hinsehen verstehen wir auch warum. die tiere sind einfach entspannt, als gehöre dieses für sie zum alltag. wir bekommen vodka um 6:00 uhr morgens und beobachten hartes gefeilsche, kuh gegen pferd, schaaf gegen lada. wir lernen, dass die auf den ersten blick furchtbar hässlichen fat-tail sheep so einiges wert sind, gerne auch mal bis zu 1000$. ups. plötzlich sind sie gar nicht mehr so häßlich…

in kysyl suu trecken wir als softies nur 6 stunden in die berge, für einen richtigen trek haben wir wohl nicht die ausreichende  ausrüstung berät uns das touristenbüro. das haben wir auch schon beobachtet. der durchschnitts-tourist ist hier mit  fahrrad-, kletter- und trekking-ausrüstung unterwegs und kommt zu 50% aus den USA. kirgistan ist ein outdoor paradies. das lernen auch wir langsam. aber so richtig verstehen wir es nicht. noch nicht. das ändert sich, je weiter und einsamer wir reisen. der viehmarkt, die übernachtung in einer yurte und das floaten in einem natürlichen salz-see sind unsere highlights. vorerst.

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